Volksbank Jever: die Filiale in Wilhelmshaven

Auf einer gut besuchten Mitgliederversammlung des SPD – Ortsvereines Wilhelmshaven West begrüßte der Ortsvereinsvorsitzende und Ratsherr Detlef Schön als Referenten Martin Schadewald, Mitglied des Vorstandes der Volksbank Jever eG. Er sprach über den status quo der Bank und über die weitere Entwicklung.

 

Vorstandsmitglied Martin Schadewald (Foto © VoBa Jever)

Vielen Wilhelmshavener*innen sei die Filiale der Volksbank Jever eG, welche sich in einem ansprechenden Neubau an der Bismarckstraße / Ecke Genossenschaftsstraße befindet, ein Begriff, so Vorstandsmitglied Schadewald. Sie sei eingebettet in das Filialnetz der Bank mit dem Hauptsitz in Jever. Die Volksbank Jever habe als Genossenschaft eine Bilanzsumme von 1.138 Mio. € und 20.100 Mitglieder. In neun Filialen seien 220 Mitarbeiter*innen beschäftigt. Neun Mitarbeiter*innen der Wilhelmshavener Filiale der Volksbank Jever betreuten 8.853 Kunden und ein Wertvolumen von rund 370 Mio. €. Zusätzlich seien 12 Mitarbeiter*innen in Wilhelmshaven in der Hausverwaltung tätig. Jedes Jahr flössen über diese Filiale gut 63.000 € als Gewerbesteuer an die Wilhelmshavener Stadtkasse. Viele Gelder blieben, so Schadewald, in der Region und somit auch in Wilhelmshaven. Etwa durch die Steuerleistungen und gezahlte Gehälter oder aber durch Investitionen und Umsätze im regionalen Handel, Handwerk und Gewerbe. Besonders interessant sei, so Martin Schadewald, die Geschichte der Filiale der Volksbank Jever in Wilhelmshaven. 1911 sei die Raiffeisenbank in Fedderwarden gegründet worden. Diese eröffnete in den 60er Jahren eine Zahlstelle für die Wilhelmshavener Milchwerke – quasi an gleicher Stelle, wo sich die heutige Filiale immer noch befindet. 1971 fusionierte die Raiffeisenbank Fedderwarden mit der Raiffeisenbank in Jever. Im Rahmen der Gebietsreform im Jahre 1975 wurden Fedderwarden und Sengwarden in die Stadt Wilhelmshaven eingemeindet, so dass sich seitdem ein Standort der Jeveraner Bank in Wilhelmshaven befindet.

Wilhelmshavener Filiale der Volksbank Jever (Foto © Detlef Schön)

Vorstandsmitglied Schadewald ging auch auf die Situation der Banken im Allgemeinen ein. So machten die Niedrigzinsen nicht nur den Sparern und übrigen Geldanlegern zu schaffen, sondern auch den Banken. Mit den Einlagen der Kunden etwa, seien derzeit keine Gewinne mehr zu realisieren. Eine weitere Herausforderung sei die stetig fortschreitende Digitalisierung. Diese habe Auswirkungen auf die Kundenfrequenz in den Filialen und auf die damit verbundene Auslastung der Mitarbeiter*innen. Es würden sich neue Anforderungen ergeben, verbunden mit Neugestaltungen der Arbeitsplätze. Gemeinsam mit den Mitarbeiter*innen müssten diese Neugestaltungen so umgesetzt werden, dass die Volksbank Jever auch zukünftig nahe dran ist am Kunden und mit den Menschen der Region insgesamt gut vernetzt ist. Ein weiteres aktuelles Thema sei die Nachhaltigkeit, sowohl im Bereich der Geldanlage als auch im Bereich der Kreditvergabe. So müsse zukünftig überlegt werden, wie Geld angelegt werden soll. So würden beispielsweise vermehrt Investitionen in Umwelttechnologien getätigt. Und bei der Kreditvergabe rückten ethisch-moralische Aspekte in den Fokus der genossenschaftlich strukturierten Volksbank Jever. Detailliert analysierte der Referent die wirtschaftliche Situation in Friesland und Wilhelmshaven, unter anderem in folgenden Bereichen: Auswirkungen der Corona-Krise, Situation auf dem Arbeitsmarkt, boomendes Handwerk, schnelle Umsetzung von Bauprojekten zum Wohle der Kommunen, Ausbau der Infrastruktur, Chancen der Energiewende.

 

SPD-Ortsvereinsvorsitzender Detlef Schön (Foto © Detlef Schön)

Den Ausführungen des Referenten schloss sich eine engagierte Diskussion an. Beeindruckt zeigten sich die Mitglieder des SPD-Ortsvereines Wilhelmshaven West von der Kundennähe der Volksbank Jever auch in Wilhelmshaven. Die traditionellen genossenschaftlichen Werte wie Partnerschaftlichkeit, Solidarität, Vertrauen und Fairness könnten so umgesetzt werden. Allerdings müsse man zukünftig die Entwicklung im Bankensektor, insbesondere im Bereich der Digitalisierung, im Blick haben. SPD-Ortsvereinsvorsitzender und Ratsherr Detlef Schön: „Mit der zunehmenden Digitalisierung müssen auch zukünftig Dienstleistungen in der Fläche und in den peripheren Lagen bereitgestellt werden. Die traditionelle Kundenbindung, insbesondere zu älteren, eventuell nicht mehr ganz so mobilen Mitbürger*innen, darf nicht aufgelöst werden. Eine Pflege der Bestandskunden sorgt hier für eine klare Abgrenzung zu den reinen Internetbanken.“

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