Edel-Grundstücke – Wilhelmshaven bekämpft Wildwuchs-Bauten am See

Aus gegebenem Anlass veröffentlicht der SPD – Ortsverein Wilhelmshaven West einen Artikel aus der Nordwest – Zeitung vom 22. Juli 2014:  

Der Banter See gilt als Perle der Stadt. Jetzt droht in der Idylle Ärger: Denn jahrzehntelang ist auf den etwa 522 verpachteten Parzellen offenbar nach Lust und Laune gebaut worden.

Jürgen Westerhoff

 

Siedlung am Banter See in Wilhelmshaven: Offiziell handelt es sich um eine Kleingartenanlage, in der lediglich Freizeitlauben von maximal 24 Quadratmeter Größe erlaubt sind. Tatsächlich wurde überwiegend erheblich größer gebaut.

Wilhelmshaven Diese Stadtteile kennt kaum jemand in Wilhelmshaven. Exklusiv und hinter hohen Hecken verborgen, sind im Laufe der vergangenen Jahrzehnte an den Ufern des Banter Sees Siedlungen entstanden, die für die Allgemeinheit nur schwer zugänglich sind. Vor neugierigen Blicken geschützt, stehen die Häuser inmitten eines Geländes, das offiziell als Kleingartenanlage gilt – und die Edel-Grundstücke verfügen über einen eigenen Bootssteg. Wer hier in der Sommerhitze Abkühlung findet, kann sagen, er hat’s geschafft und sich den Traum vom speziellen Wilhelmshavener Luxus erfüllt.

Das Problem: Der größte Teil der dort stehenden Häuser ist nach Ansicht der Stadt illegal und widerspricht sowohl dem Baurecht als auch den feuerpolizeilichen Bestimmungen. Jahrzehntelang ist auf den etwa 522 von der Stadt gepachteten Parzellen offenbar nach Lust und Laune gebaut worden. Erlaubt sind auf den Grundstücken Freizeitlauben von maximal 24 Quadratmeter Fläche und vier Meter Höhe. Ausdrücklich nicht erlaubt sind Heizungsanlagen und Küchen, während gegen Toiletten und Waschtische keine Bedenken bestehen.

Nachdem die zuständigen Behörden offensichtlich jahrelang nicht hingeschaut haben, ist jetzt der Friede am Banter See gestört – und als Störenfriede werden der neue Oberbürgermeister Andreas Wagner (CDU) sowie die beiden Fraktionsvorsitzenden Stephan Hellwig (CDU) und Karl-Heinz Föhlinger (SPD) an den Pranger gestellt.

Im Gespräch mit der NWZ  verweisen die beiden Fraktionschefs darauf, dass sie die Baustelle aus der Zeit des alten Oberbürgermeisters Eberhard Menzel (SPD) geerbt hätten. Jetzt sei die Angelegenheit ins Rollen gekommen, weil ein Kleingärtner die Stadt verklagt habe, um seine baulichen Vorstellungen durchzusetzen. Dabei habe er auf die bauliche Situation der Nachbargrundstücke verwiesen – und damit das behördliche Vorgehen ausgelöst.

Betroffen äußerten sich Föhlinger und Hellwig über das Ausmaß an Hass, mit dem sie von einigen verfolgt würden. So kursieren im Internet Videos, in denen von Krieg die Rede ist. Eine Frau ist mit der Drohung zu hören, sie werde schießen, wenn es nötig würde: „Kommen die mit den Baggern, gibt es Tote.“

Tatsächlich wollen die beiden großen Ratsfraktionen für die Zeit nach 2017 ein neues Konzept für den Banter See entwickeln. Dabei geht es ihnen auch darum, ein Freizeit- und Erholungsgebiet als Ersatz für den Geniusstrand zu schaffen, der dem Bau des Containerhafens Jade-Weser-Port zum Opfer gefallen war.

Damit der Banter See künftig für alle zugänglich wird, soll es einen Rundwanderweg um die gesamte Wasserfläche herum geben. Außerdem sollen Liege- und Badebereiche sowie ein kleiner Campingplatz (nicht für Dauercamper) geschaffen werden. Außerdem soll es Mischgebiete für Gewerbe und Wohnen, eine Siedlung mit Wochenendhäusern sowie Flächen für Wassersportvereine und Gastronomie geben.

Da es im Banter See immer wieder Probleme mit der Blaualgenblüte gibt, streben die Mehrheitsfraktionen außerdem eine Öffnung des Sees zum innerstädtischen Hafen an. Ein Durchbruch des Grodendamms könnte nach ihrer Ansicht nicht nur die Wasserqualität erheblich verbessern, sondern auch neue touristische Möglichkeiten erschließen. Die entsprechenden Ratsbeschlüsse sind allerdings noch nicht gefasst“.

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