Neues Klinikum Wilhelmshaven: Inbetriebnahme für das dritte Quartal 2025 geplant

Auf einer gut besuchten Mitgliederversammlung des SPD – Ortsvereines Wilhelmshaven West begrüßte der Ortsvereinsvorsitzende und Ratsherr Detlef Schön als Referenten Oliver Leinert, Interimsgeschäftsführer und Baugeschäftsführer des Wilhelmshavener Klinikums. Er sprach zu dem Thema „Klinikum der Stadt Wilhelmshaven – Gegenwart und Zukunft“.

 

So soll das neue Klinikum aussehen (Foto © Sander Hofrichter Architekten)

Die ersten Vorabmaßnahmen, wie der Bau des Nord- und Südkreisels (inklusive Südumfahrung) und der Bau des Parkhauses seien fertiggestellt, so Baugeschäftsführer Leinert. Das neue, dem Stand der Medizintechnik entsprechende neue 460-Betten-Klinikum in Wilhelmshaven entwickele sich zusehends. Nachdem die vorbereitenden Arbeiten zum eigentlichen Klinikneubau abgeschlossen seien, werde jetzt die Errichtung des eigentlichen Baukörpers in Angriff genommen. Der Baugrube, gesichert durch eine umlaufende neun Meter tiefe Spundwand, habe man einen Erdaushub von rund 45.000 m³ entnommen. Das Grundwasser werde neben der Spundwand auch durch Tiefenpumpen abgehalten und auf gut sechs Meter abgesenkt. Stündlich pumpe man etwa 35.000 Liter Wasser ab. Derzeit werde in der Baugrube ein für große Baufahrzeuge und Geräte tragfähiger Boden hergerichtet, so dass anschließend als Gründung für das neue Klinikum ab Mai 2022 genau 911 Pfähle bis zu einer Tiefe von 30 Metern gesetzt werden können. Alle Pfähle aneinandergesetzt ergäben eine Länge von etwa 15 Kilometern, so Leinert. Man werde sie emissionsschonend bohren und nicht rammen. Darauf werde ab Sommer 2022 die Grundplatte des Rohbaus als sogenannte weiße Wanne gegossen. Diese weiße Wanne bestehe aus wasserundurchlässigem Beton, so dass der Keller des neuen Klinikums dauerhaft trocken bleibe. Nach etwa einem Jahr könnten die provisorisch gesetzten Spundwände gezogen werden. Stolz sei man darauf, dass das Gebäude des neuen Klinikums als Gebäude für nachhaltiges Bauen durch die DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) zertifiziert werde. Man spare beispielsweise jährlich rund 100 Tonnen CO2 durch die sogenannte Betonkernaktivierung ein, einem Verfahren, bei dem die Gründungspfähle zur Temperaturregulierung innerhalb des Klinikums genutzt werden.

 

Baugeschäftsführer Oliver Leinert (Foto © Detlef Schön)

Intensiv ging Baugeschäftsführer Leinert auf das neue Klinikum mit seinen unterschiedlichen Ebenen und Funktionsbereichen ein. Im neuen fünfgeschossigen, gut 21 Meter hohen, Krankenhausgebäude befänden sich im Kellerbereich zukünftig die Personalumkleiden, die Apotheke, das Labor, die Küche und Werkstätten. Im Erdgeschoss seien unter anderem Radiologie, eine Cafeteria und die Notaufnahme untergebracht. In der ersten Etage werde insbesondere der Operationsbereich, in der zweiten und dritten Etage die Physiotherapie, Geriatrie, Gynäkologie, Entbindung und Kindertagesklinik einquartiert. Das vierte und fünfte Geschoss diene zukünftig der Allgemeinpflege. Es gebe nur noch Ein- oder Zweibetten – Zimmer. Geplant sei, so Leinert, dass der Rohbau des neuen Klinikums Anfang 2024 stehe und die bauliche Fertigstellung Mitte 2025 erfolge. Die Inbetriebnahme des neuen Wilhelmshavener Klinikums sei für das dritte Quartal 2025 geplant.

 

Durch Spundwand gesicherte Baugrube (Foto © Detlef Schön)

Den Ausführungen des Referenten schloss sich eine engagierte Diskussion an. Beeindruckt zeigten sich die Mitglieder des SPD-Ortsvereines Wilhelmshaven West von dem neuen Klinikum der Stadt Wilhelmshaven. SPD-Ortsvereinsvorsitzender und Ratsherr Detlef Schön: „Gegenwärtig versorgt das Klinikum Wilhelmshaven mit seinen 1.500 Mitarbeitenden jährlich gut 60.000 Patientinnen und Patienten mit einem Umsatz von rund 120 Millionen Euro. Das neue Klinikum sichert auch zukünftig die medizinische Versorgung unserer Stadt sowie des Umlandes und sichert damit als großer Wirtschaftsfaktor in der Region die vielen Arbeitsplätze.“ Wichtig sei, so die anwesenden Mitglieder, dass im neuen Klinikum die neuesten medizinischen Technologien vorgehalten werden, wie etwa das Da-Vinci-Operationssystem (roboter-assistiertes Chirurgiesystem). Dafür sind entsprechende Weiterbildungen anzubieten und ausgebildetes Personal vorzuhalten. Man gehe davon aus, dass für den Klinikneubau der festgelegte Kostenrahmen von 195 Millionen Euro nicht überschritten und das avisierte Leistungsspektrum dieser medizinischen Einrichtung beibehalten werde. Zudem sollte geprüft werden, so der SPD-Ortsverein Wilhelmshaven West, ob es nicht eine partielle Zusammenarbeit mit den Friesland-Kliniken etwa in den Bereichen Küchenbewirtschaftung, Einkauf oder aber Krankenhausapotheke geben könnte, um so Synergien zu regenerieren.

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