„Wir wollen Brot und Rosen!“

AsF sprach mit Frauen in WHV am 100. Internationalen Frauentag

Der 100. internationale Frauentag war für die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) Anlass, in der Innenstadt mit den Frauen über die Entwicklung der Frauenrechte in den letzten 100 Jahren zu sprechen.

Petra Stomberg, Vorsitzende der AsF, erinnert sich an das Jahr 1986, als das Motto des 75. Frauentages lautete: „Wir wollen Brot und Rosen“. Während Brot u. a. für das Recht auf Arbeit und gleiche Entlohnung sowie die eigenständige soziale Absicherung der Frau steht, bedeutet die Rose u. a. die Möglichkeit, Beruf und Familie zu vereinbaren, die Aufteilung der Hausarbeit und Kinderbetreuung auf Männer und Frauen sowie Toleranz und Frieden. Diese Forderungen haben bis heute nicht an Aktualität verloren.

Daher verteilte die AsF am 8. März in der Innenstadt von Wilhelmshaven 400 Rosen und kam mit vielen Frauen ins Gespräch. Die AsF-Frauen nahmen viele Wünsche und Anregungen von Frauen entgegen, wie die Gleichstellung der Geschlechter weiterhin durchgesetzt werden kann. Anerkennung von den Männern in allen Positionen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ausreichende Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Führungspositionen für beide Geschlechter auch in Teilzeitarbeit waren nur einige Themen, die häufig angesprochen wurden. Die AsF-Frauen wollen sich dafür einsetzen, dass die Wünsche und Rechte der Frauen umgesetzt werden.

„Die ersten Schritte sind zwar getan, “  Petra Stomberg erinnert sich an die Zeit der autonomen Frauenbewegung in den 70er Jahren, „aber längst sind noch nicht alle Probleme gelöst.“ Frauen müssen weiterhin aufgerüttelt und selbst aktiv werden; nur so können sie Erfolgserlebnisse sammeln und auch die männliche Welt von ihren Fähigkeiten überzeugen: Denn Männer verstehen Taten und Handlungen besser als Worte. Der internationale Frauentag ist nur ein kleines Mittel, um die Gesellschaft für die weiblichen Bedürfnisse zu sensibilisieren.

Frauen müssen sich dafür einsetzen, dass gesetzliche Maßnahmen geschaffen werden, um mehr Frauen den Weg in die Spitzenpositionen zu eröffnen und gleiches Geld für gleiche Arbeit zu verdienen. Eine gesetzlich verbindliche Quote ist hier der Weg zum Ziel, denn die Freiwilligkeit hat, wie sich in den letzten Jahren zeigte, keinen Erfolg.

Im Gegensatz zur Ministerin Kristina Schröder, die Überlegungen für eine gesetzliche Quote als „staatliche Zwangsbeglückung“ oder „starre Einheitsquote“ diffamiert, hält die AsF Geschlechterquoten in Führungspositionen für das Mittel zum Zweck. Die Ministerin sollte Frauenpolitik für das 21. Jahrhundert gestalten und nicht ihr konservatives Weltbild zum Schaden der Frauen in Deutschland hegen und pflegen. Dann ist vielleicht in der Zukunft eine Quote nicht mehr notwendig.

„Für die AsF ist die Welt ohne Frauen in allen Positionen undenkbar, dafür setzen wir uns ein! Denn nur wir Frauen können uns und unsere Fähigkeiten selbst entdecken.“

1 Kommentar
  1. Sylvia Burkhart
    Sylvia Burkhart sagte:

    Die Idee und die Umsetzung dieser „BROT & ROSEN“ Aktion -der ASF-Vorsitzenden Petra Stomberg – war „rundum“ gut. Die beschenkten Frauen nahmen die Rosen mit Lächeln und Freude entgegen und fanden es wichtig, dass auf dieses besondere Jubiläum des „Frauentages“ so aufmerksam gemacht wurde.
    Viele waren durch ihre informative Berichterstattung in der Zeitung auch bereits informiert gewesen, dass die ASF anläßlich des 100. Internationalen Tages der Frau, 400 Rosen verteilt.
    Wir Frauen waren uns dabei alle einig, dass – es wie Petra Stomberg in ihren Artikeln (hier und in einigen Zeitungen) schreibt – leider immer noch sehr viele Benachteiligungen in allen Lebensbereichen gibt! Und auch darüber, dass Frauen auch im Jahr 2011, nichts anderes „übrig bleibt“, wenn sie gleich gute Bedingungen, Möglichkeiten, Bewertungen/Beurteilungen und vor allem gleiche Entlohnungen wie Männer wollen, sich selbst aktiv dafür einsetzen müssen.
    Deshalb: Wichtig, dass es die ASF gibt!
    Mögen auch einige wenige „Herren verschiedenster Gruppierungen“ dieser Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, manchmal nicht die entsprechende Anerkennung entgegen bringen, Petra Stomberg ist hier um so motivierter, Ideen zu entwickeln, um mit weiteren Aktionen, auf alle Mißstände aufmerksam zu machen, um letztendlich eine Veränderung mit zu bewirken.
    Ich kann nur sagen, ihre Einladung, mich hieran zu beteiligen, nehme ich sehr gerne an!
    Seit 8 Monaten habe ich das „System“ Wilhelmshaven in vielerlei Hinsicht kennen gelernt und dabei festgestellt, dass es außerordentlich wichtig ist, dass viele offene, ältere und junge Frauen (egal welches Bildungsstandes etc), ihre Kompetenzen einsetzen, um „mehr“ Frauen in „erste Reihen“ zu bringen. Dieses gemeinsame Ziel, wird auch dazu führen, dass Frauen sich untereinander unterstützen und fördern können. Mit wenigen guten Alibi-Plätzen für Frauen ist es einfach nicht getan!
    Insofern wünsche ich mir, dass Petra Stomberg als Vorsitzende der ASF, in erheblichem Maße bei allen zukünftigen Aktionen von Männern und Frauen gefördert wird!

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