„Wir sind nahe am Wasser gebaut – zum Glück“

Auf einer gut besuchten Mitgliederversammlung des SPD – Ortsvereines Wilhelmshaven West begrüßte der Ortsvereinsvorsitzende und Ratsherr Detlef Schön als Referenten Alexander Leonhardt, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Wilhelmshaven mbH (WfG). Er sprach über die gegenwärtigen und zukünftigen Aufgaben dieser Gesellschaft.

 

Wirtschaftsförderer Leonhardt (Foto © Detlef Schön)

Wirtschaftsförderer Leonhardt, der seit dem 1. Juli 2021 gemeinsam mit Jürgen Janßen der neu gegründeten Wirtschaftsförderungsgesellschaft vorsteht, erklärte, dass sich die Stadt Wilhelmshaven mit 52 Prozent der Gesellschaftsanteile und die heimische Wirtschaft sich mit ihrem vielfältigen Knowhow mit 48 Prozent der Gesellschaftsanteile in die Gesellschaft eingebracht haben. Angesichts der Tatsache, dass sich nicht nur unsere Welt in einem permanenten Wandel, sondern auch die Stadt Wilhelmshaven sich in steter Bewegung befinde, seien die Aufgaben der WfG sehr vielschichtig. Es gebe sieben große Handlungsfelder, die zukünftig im Fokus der Tätigkeit der WfG stünden.

Eine große Herausforderung sei der von der Bundesregierung beschlossene Ausstieg aus der Stromproduktion mittels Kohle. Ein Ausstieg, von dem auch Wilhelmshaven mit der Schließung der Kohlekraftwerke Uniper und Onyx mit rund 500 Arbeitsplätzen betroffen sei. Gleichzeitig bieten die mit diesem Ausstieg verbundene Dekarbonisierungsstrategie aber auch große Chancen für Wilhelmshaven. Wilhelmshaven könne sich mit seinem seeschifftiefen Fahrwasser zur nationalen Energiedrehscheibe entwickeln. Grüner Wasserstoff als neuer Energieträger der Zukunft könne importiert oder aber mittels grünen Stroms in Wilhelmshaven produziert werden. Wichtig dabei sei, dass Wasserstoffwertschöpfungsketten in Wilhelmshaven und damit vielfältige hochqualifizierte Arbeitsplätze entstünden. Etwa durch die Produktion von Eisenschwamm mit in Wilhelmshaven produziertem grünen Wasserstoff in Hafennähe. Die Wilhelmshavener Häfen spielten bei der wirtschaftlichen Entwicklung Wilhelmshavens insgesamt eine herausragende Rolle. „Wir sind nahe am Wasser gebaut – zum Glück“, so Referent Leonhardt. Ein weiteres Handlungsfeld sei der Bereich Forschung und Innovation. Es gebe bereits jetzt viele bedeutende Einrichtungen in Wilhelmshaven, etwa die Jadehochschule, das Jade-Innovationszentrum, das Senckenberginstitut oder aber das Deutsche Windenergieinstitut (DEWI). Es gelte, diese Bereiche zu stärken und auszubauen, ebenso wie die Handlungsfelder Gesundheit sowie Tourismus und Innenstadt. Der Gesundheits- und Kurbereich könne eine noch größere Rolle spielen, zudem müsse Wilhelmshaven sich noch mehr zu einer Tourismusstadt entwickeln. Dafür könne man auch die vom Land bereit gestellten 1,8 Millionen Euro nutzen, um die Innenstadt mit vielen Projekten gemeinsam mit dem heimischen Einzelhandel nachhaltig attraktiv zu gestalten. Auch die Thematik Wohnen, Leben und Arbeiten werde zukünftig vermehrt im Fokus der Arbeit der WfG stehen, so Wirtschaftsförderer Leonhardt. Eine sich entwickelnde Wirtschaft sei immer eng mit den Wohn- und Lebensqualitäten der Wilhelmshavener*innen verbunden. Das klassische Handlungsfeld der WfG schlechthin sei die Sicherung und Entwicklung des Unternehmensbestandes und damit die Sicherung der Arbeitsplätze, die Stärkung des Einzelhandels und die Förderung von Unternehmensneugründungen.

Den Ausführungen des Referenten schloss sich eine engagierte Diskussion an. Beeindruckt waren die Mitglieder des SPD-Ortsvereines Wilhelmshaven West von der Energie des neuen Wirtschaftsförderers Leonhardt, eine Energie, die sich nur positiv auf die Arbeit der neu ausgerichteten Wirtschaftsförderungsgesellschaft auswirken könne. Die SPD-Mitglieder stimmten zu, dass Wilhelmshaven die Chance nutzen müsse, zur zentralen nachhaltigen Energiedrehscheibe Deutschlands zu werden, um so auch im nationalen Maßstab zur Energiewende beizutragen. Einig war man sich auch, dass Wilhelmshaven seitens der Niedersächsischen Landesregierung zur ‚Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven‘ erklärt werden müsse und den entsprechenden Zuschlag bekomme. Ratsherr Detlef Schön: „Hier werden wir den hiesigen SPD-Landtagsabgeordneten Holger Ansmann einbinden.“

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